Extremmolli’s Weblog

Eine frivole Geschichte zur Nacht

Hans-Jürgen Rüstau

Automatenfuck – Oder wie mache ich eine Kreditkarte glücklich

Eine frivole Geschichte zur Nacht

Ich war heute schon am Tage zweimal auf der Bank und musste feststellen, mein Honorar war immer noch nicht meinem Konto gutgeschrieben wurden.
Und ich brauchte dieses Geld, denn ich war wieder mal Pleite.
Gegen Abend sollte aber noch einmal eine Buchung erfolgen, sagte mir die nette Blondine, mit ihren wunderschönen großen Augen, die am Schalter Dienst hatte und lächelte dazu verheißungsvoll.
Da ich den ganzen Nachmittag zu Hause regelrecht rumgammelte, fern gesehen und gelesen hatte, war die Zeit sehr schnell vergangen.
Es war inzwischen dunkel geworden und die Straßen waren menschenleer.
Als ich in die kleine Straße zu meiner Bank einbog traute ich meinen Augen nicht.
Es stand vor der Bank eine riesige Schlange, ausnahmslos waren alle Männer.
Sie standen vor der Bank und warteten geduldig auf die Benutzung des Geldautomaten.
Wer ihn benutzt hatte, ging schnellen Schrittes mit einem wunderbaren Lächeln auf den Lippen und verschwand in der Dunkelheit.
Ich kann aber Schlangen, die größer als drei Personen waren nicht verkraften und beschloss für mich mit meinen letzten Cent ein Bier in der Eckkneipe zu gönnen.
Es wurden drei.
Vor der Bank war inzwischen auch eine unheimliche Ruhe eingetreten. Zuerst holte ich
mir meinen Kontoauszug aus dem Drucker und siehe da, es war das erwartete
Geld eingetroffen.
Meine ec-Karte behielt ich gleich in der Hand und ging zu dem Geldautomaten in der anderen Ecke des Raumes.
Aus dem Geldautomat erklang eine erotisierende Stimme, deren Herkunft ich im Moment nicht ermitteln konnte.
Vorsichtig drehte ich mich um, den Körper der zu dieser Stimme gehörte suchend, oder zumindesten um die versteckte Kamera zu entdecken.
Fand aber weder die eine, noch das andere.
Die Stimme, die einen Gänsehauteffekt erzeugte sprach zu mir:
„ Hi Schatz, ist es wieder mal so weit? Hast du es wieder mal nötig?
Willst du mich wieder einmal benutzen? Willst du wieder in mich eindringen? “
Ich errötete darauf und sah mich vorsichtshalber noch einmal um, konnte wiederum niemanden erkennen, der mit mir einen solchen, unter die Haut gehenden Scherz machte.
„Ich hatte schon so richtig Sehnsucht nach dir und deinem süßen kleinen Kärtchen und
deinen zärtlichen Berührungen“, tönte die Stimme weiter.
Ich hatte mich dafür entschieden, dass ich dieses Spiel mit machte und ich fand schon
wahnsinnig großen Spaß an dieser ungewöhnlichen Situation, in der ich mich befand.
„Na also, stell dich nicht so an! Schiebe sie schon in mich rein! Aber schöön langsam!“, forderte mich die Stimme auf.
Ich führte sie vorsichtig in den davor vorgesehen Schlitz und wartete auf weitere Anweisungen, welche auch gleich in mein Ohr drangen.
„Gut machst du das! Du bist einfach toll!
Sehr gut!
Und jetzt steck sie ganz rein. Ahhhhh.“
Sie verschwand im Schlitz des Automaten, oder muss ich besser, in dem der Automatin sagen?
Obwohl ich niemanden sah, machte mich allein diese Stimme gewaltig an und ich
tat was sie sagte.
Einerseits wollte ich ja von diesem Automaten Geld in Empfang nehmen, anderseits interirisierte es mich schon wie es weiterging.
Und es ging weiter.
„Gleich hast du mich soweit! Jetzt brauche ich bloß noch dein ganz geheimes Nümmerchen!
Ja du, oh, super!“
Daraufhin versuchte ich mich zu konzentrieren, um nicht die Geheimzahl falsch einzugeben.
Es klappte aber nicht besonders gut und ich gab einmal die falsche Nummer ein.
„Oh du kleiner Schelm, willst du mich testen, willst du wissen, ob ich dein kleines Nümmerchen kenne?
Mach’s noch einmal richtig, Süßer!“, sagte die Stimme, welche bestimmt zu einer
wunder schönen Frau gehörte.
Nicht zufällig dachte ich dabei an die schöne Blondine aus der
Schalterhalle der Bank, was mich in diesem Spiel nur noch mehr aus der Fassung brachte.
Noch einmal gab ich die Nummer ein und es war diesmal bestimmt die richtige,
denn die Stimme röhrte, „weißt du, es ist einfach Wahnsinn,dein Kärtchen so tief in mir
drin zu haben! Wahnsinn!“
In diesem Moment spürte ich, wie tief doch diese Karte im Geldautomaten war und
auch ich rief laut aus – das ist der Wahnsinn!!
„So, Liebling, jetzt tipp mir ein, was du von mir willst! Sei nicht so bescheiden!
Lang doch einfach zu! Ich werde es dir geben, ich gebe dir alles was du willst“
Ich gab ein sehr bescheidenes Sümmchen ein, einen Betrag den ich mir gerade einmal
leisten konnte.
„ Oh Mann! Bestätige mir das noch mal. Drücke da rechts drauf.
Ja. Feste, du Mann meiner Automatenträume.“
Tat einfach was die Stimme sagte und bestätigte meinen Wunsch.
„Wow, bist du gut! Ich halte es gleich nicht mehr aus! Warte auf mich! Versprich es mir bitte!“
Natürlich warten würde ich auf jeden Fall. Ich brauchte ja schließlich das Geld.
Die Stimme keuchte jetzt: „Gleich kommt’s…gleich…jetzt!!! Ahhhhhh!“
Mir wurde es dabei auch ganz, ganz anders, fühlte mich körperlich geschafft und derzeit
doch noch so sehr leer!
Ebenso klang die Stimme: „Uff, bin ich alle, ich bin fertig! Du hast es mir wieder mal gegeben! Zieh bitte gaaaanz langsam raus, hörst du, gaaanz langsam…“
Ich zog das Geld ganz langsam raus, nahm meine Karte und ich muss sagen, ich habe die vergangene Zeit nicht bedauert, sondern regelrecht genossen.
Es war anders, aber doch irgendwie schön. Ich verstand das Lächeln der Männer, die ich schon am späten Nachmittag beobachtete, als sie die Bank verlassen haben.

Als ich nun die Bank verließ, wartete vor ihr Anka.
Ich war drüber sehr erstaunt und fragte sie, ob sie mich denn schon die ganze Zeit in der Bank beobachtet hatte?
Sie hatte.
Sogleich fragte sie mich, kannst du mir vielleicht bitte mal verraten, was an diesem Scheiß-geldautomaten so Besonderes dran ist, dass du dich dort so lange aufgehalten hast?
Ich wollte nicht!
Ich lächelte nur das süßeste Lächeln der Welt fasste sie um ihre Taille und verschwand mit ihr in der Dunkelheit der Nacht.

© by hajürü 2002

Juni 2, 2008 Verfasst von extremmolli | Uncategorized | | Noch keine Kommentare

Wie die Liebe zum Wahnsinn kam

Es wird erzählt, daß alle Gefühle und Qualitäten des Menschen ein Treffen hatten. Als die Langeweile zum dritten Mal gähnte, schlug der Wahnsinn wie immer gewitzt vor:
„Laßt uns verstecken spielen“
Die Intrige hob die Augenbraue und die Neugierde konnte sich nicht mehr zurückhalten und fragte:“Verstecken, was ist das?“

„Das ist ein Spiel“sagte der Wahnsinn
„Ich verdecke mein Gesicht und fange an zu zählen, von 1 bis 1Million.Inzwischen versteckt Ihr Euch. Wenn ich das Zählen beendet habe, wird der ersten den ich finde von Euch meinenPlatz einnehmen um das Spiel fort zusetzen.“

Die Begeisterung und die Euphorie tanzten vor Freude.
Die Freude machte so viele Sprünge, daß sie den letzten Schritt tat, um den Zweifel zu überzeugen und sogar die Gleichgültigkeit, die sonst an nichts Interesse zeigte, machte mit.

Aber nicht alle wollten mitmachen: Die Wahrheit bevorzugte es sich nicht zu verstecken, wozu auch? Zum Schluß würde man sie immer entdecken, und der Stolz meinte, das es ein dummes Spiel wäre, (im Grunde ärgerte er sich nur, das die Idee nicht von ihm kam) und die Feigheit zog es vor nichts zu riskieren.

„eins, zwei, drei,…….“der Wahnsinn begann zu zählen.

Als erstes versteckte sich die Trägheit, die sich wie immer hinter den ersten Stein fallen ließ.
Der Glaube stieg zum Himmel empor und die Eifersucht versteckte sich im Schatten des Triumphes, der es aus eigener Kraft geschafft hatte bis zur höchsten Baumkrone zugelangen.

Die Großzügigkeit schaffte es kaum, sich selber zu verstecken, da sie bei allen Verstecken die sie fand glaubte, ein wunderbares Versteck für einen ihrer Freund gefunden zu haben.
Ein kristallklarer See……..ein wunderbares Versteck für die Schönheit.
Eine dunkle Höhle…………ein perfektes Versteck für die Angst.
Der Flug eines Schmetterlings………das Beste für die Wollust.
Ein Windstoß………..großartig für die Freiheit, so versteckte sie sich auf einem Sonnenstrahl.

Der Egoismus dagegen fand von Anfang an einen sehr guten Ort, luftig und gemütlich………aber nur für ihn.

Die Lüge verstecke sich auf dem Meeresgrund(stimmt nicht, in Wirklichkeit verstecke sie sich hinter dem Regenbogen).

Die Leidenschaft und das Verlangen im Zentrum der Vulkane.

Die Vergeßlichkeit…..ich habe vergessen, wo sie sich versteckte, aber das ist auch nicht so wichtig.

Als der Wahnsinn“999 999″ zählte, hatte die Liebe noch kein Versteck gefunden. Alle Plätze schienen besetz zu sein,…bis sie den Rosenstrauch entdeckte und gerührt beschloß sich in der Blüte zu verstecken.

„Eine Million“, zählte der Wahnsinn und begann zu suchen.

Die erste, die entdeckt wurde, war die Trägheit, nur drei schritte, vom ersten Stein entfernt. Da nach hörte man den Glauben, der im Himmel mit Gott über Theologie diskutierte.

Das Verlangen und die Leidenschaft, hörte man im Vulkan vibrieren. In einem unachtsamen Moment fand er die Eifersucht und so natürlich auch den Triumph. Den Egoismus brauchte er gar nicht zu suchen, ganz allein kam er aus seinem Versteck heraus, das sich als Bienen Nest entpuppt hatte.

Vom vielen laufen bekam er Durst und als er sich dem See näherte, entdeckte er die Schönheit.
Mit dem Zweifel, war es noch einfacher, ihn entdeckte er auf einem Zaun sitzen, weil er sich nicht entscheiden konnte, auf welcher Seite, er sich verstecken sollte.
So fand er einen nach dem anderen, das Talent im frischen Gras und die Angst in einer dunklen Höhle.

Nur die Liebe tauchte nirgendwo auf.

Der Wahnsinn suchte sie überall. Auf jedem Baum, in jedem Bach dieses Planeten, auf jedem Berg und als er schon auf geben wollte, erblickte er die Rosen.
Mit einem Stöckchen fing er an, die Zweige zu bewegen, bis ein schmerzlicher Schrei auf kam. Die Dornen hatte der Liebe die Augen ausgestochen. Der Wahnsinn war hilflos und wußte nicht, wie er seine Tat wieder gutmachen konnte. Er fing an zu weinen und entschuldigte sich. Er versprach Ihr, für immer Ihr Blindenführer zusein.

Seit dieser Zeit, seit das erstemal auf Erden Verstecken gespielt wurde, ist die Liebe blind und der Wahnsinn ihr ständiger Begleiter.

(c)nicht bekannt.

Juni 2, 2008 Verfasst von extremmolli | Uncategorized | | Noch keine Kommentare

Der schönste Rundbrief der Welt!

Worüber man wirklich nachdenken sollte!

Zur Info: Es dauert nur ca. 2 Minuten es zu lesen. Nimm Dir die Zeit!

Einfach mal zum Nachdenken …

Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holte
ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus. Es ist nicht irgendein
Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin. Er warf das Papier weg
und betrachtete die Seide und die Spitze. „Dies kaufte ich, als wir zum
ersten Mal in New York waren. Das ist jetzt 8 oder 9 Jahre her. Sie trug es
nie. Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Und jetzt,
glaube ich, ist der richtige Moment gekommen!“

Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen Sachen,
die von dem Bestattungsinstitut mitgenommen wurden. Seine Frau war
gestorben. Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: „Bewahre nichts für einen
besonderen Anlass auf! Jeder Tag den du lebst, ist ein besonderer Anlass.“

Ich denke immer noch an diese Worte … sie haben mein Leben verändert.
Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger. Ich setze mich auf
meine Terrasse und genieße die Landschaft ohne auf das Unkraut im Garten zu
achten. Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und
weniger Zeit bei der Arbeit. Ich habe begriffen, dass das Leben eine
Sammlung von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt. Von jetzt an bewahre
ich nichts mehr auf. Ich benutze täglich meine Kristallgläser. Wenn mir
danach ist, trage ich meine neue Jacke, um in den Supermarkt zu gehen. Auch
meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust dazu habe. Sätze, wie
z.B. „Eines Tages .“ oder „An einem dieser Tage …“ sind dabei, aus meinem
Vokabular verbannt zu werden.

Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören und
machen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Frau meines Freundes gemacht hätte,
wenn sie gewusst hätte, dass sie morgen nicht mehr sein wird (ein Morgen,
das wir oft zu leicht nehmen). Ich glaube, dass sie noch ihre Familie und
enge Freunde angerufen hätte. Vielleicht hätte sie auch ein paar alte
Freunde angerufen, um sich zu versöhnen oder sich für alte Streitigkeiten zu
entschuldigen. Der Gedanke, dass sie vielleicht noch chinesisch essen
gegangen wäre (ihre Lieblingsküche), gefällt mir sehr.

Es sind diese kleinen unerledigten Dinge, die mich sehr stören würden, wenn
ich wüsste, dass meine Tage gezählt sind. Genervt wäre ich auch, gewisse
Freunde nicht mehr gesehen zu haben, mit denen ich mich „an einem dieser
Tage“ in Verbindung hätte setzen wollen.

Genervt, nicht die Briefe geschrieben zu haben, die ich „an einem dieser
Tage“ schreiben wollte. Genervt, meinen Nächsten nicht oft genug gesagt zu
haben, wie sehr ich sie liebe. Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich
nichts mehr, was uns Freude und Lächeln in unser Leben bringen könnte. Ich
sage mir, dass jeder Tag etwas Besonderes ist …

jeder Tag,

jede Stunde

sowie jede Minute

ist etwas Besonderes.

Juni 2, 2008 Verfasst von extremmolli | Uncategorized | | Noch keine Kommentare